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CONTINUU|ELINA ALBACH|M

Ihr gehört die Zukunft! Die junge Berliner Cembalistin Elina Albach, Preisträgerin mehrerer Nachwuchswettbewerbe und gefragte Ensemble- und Solospielerin, vereint zwei künstlerisch-ästhetische Positionen, die sich bisher eher mit Distanz begegneten. In der Tradition der renommierten Baseler Schola Cantorum historisch informiert und am Quellenstudium geschult ist ihr Spiel vom Freigeist der Berliner Szene geprägt und offen für zeitgemäße Kontexte und Konzertformate. Für diese spannungsvolle Synthese steht auch der Name des von ihr neu gegründeten Ensembles CONTINUU||M, der sich auf Ligetis Werk für Cembalo von 1968 bezieht - gerne und oft ein Mittelpunkt ihrer solistischen Konzerte.
Mit CONTINUU||M verbindet Elina Albach Basel und Berlin, Tradition und Moderne, Struktur und Improvisation zu einer Konzertkultur der Spitzenklasse. Vom Cembalo aus leitet sie das Ensemble, das sich je nach Programm aus ausgesuchten Musikern gleichen Ranges rekrutiert. U.a. mit der Geigerin Elfa Rún Kristinsdóttir und dem Cellisten Daniel Rosin, beide ebenfalls Träger zahlreicher Preise und Stipendien, debütierte CONTINUU||M bei den Köthener Bachfesttagen und der ION 2015. Weitere Engagements führten das Ensemble u.a. zum WDR, den Thüringer Bachwochen, dem Bachfest Leipzig, den Händel-Festspielen in Göttingen, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, den Händel-Festspielen in Halle sowie auf eine Tournee durch Bolivien auf Einladung des Goethe-Instituts. Konzerte u.a. beim MDR Musiksommer und dem Festival d’Ambronay stehen aus. Die erste CD des Ensembles mit Werken von G. A. Pandolfi Mealli (c. 1630–1669/70) und James Dillon (*1950) mit Texten aus der Zeit des 30-jährigen Krieges, gesprochen von Robert Gwisdek (Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi), wird 2017 in Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk veröffentlicht. CONTINUU||M wurde für das EEEmerging Programm des Ambronay Festivals 2017 ausgewählt.

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Bizzarie

Henry Purcell Prelude, Suite IV aus A choice Collection of Lessons for the Harpsichord
Nicola Matteis Suite en A aus „Ayrs for the Violin, The first Part“
John Playford Improvisation „The Division Violin“
John Playford Improvisation „The Division Violin“
Bernardo Storace Ciaconna aus Selva di varie compositioni d’intavolatura per cimbalo ed organo
Nicola Matteis Diverse bizzarie Sopra la Vecchia Sarabanda ò pur Ciaconna
Francesco Maria Veracini Sonate Accademiche Nr. 12 in d-Moll op. 2

Besetzung: Santiago Medina, Violine; Daniel Rosin, Violoncello; Andreas Arend, Theorbe; Elina Albach, Cembalo und Leitung

Mit dem musikalischen London des 18. Jahrhunderts verbindet man zumeist die Oper, ein Anziehungspunkt für Komponisten aus sämtlichen europäischen Ländern. Die italienische Musik wurde jedoch durch einen heute recht unbekannten Komponisten schon einige Jahre früher in London bekannt. Der Neapolitaner Nicola Matteis brachte seine Violinmusik Ende des 17. Jahrhunderts in die angelsächsische Region, die bis dato noch stark in der Tradition der Virginal- und Gambenmusik stand. Charles Burney beschrieb Nicola Matteis mit den Worten: „He polished and refined English ears and made them fit and eager for the sonatas of Corelli.

Zur gleichen Zeit, 1685, erschien in London, herausgegeben von John Playford, „The Division Violin“ in der zweiten Auflage, eine Sammlung mit 26 ostinaten Bässen und ausgeschriebenen Variationen für die Geige, die sich von einfachen Melodien zu virtuosen Melismen steigern. Sowohl populäre englische Lieder, die zuvor schon in der Virginal-Musik im Fitzwilliam Virginal Book z.B. von William Byrd aufgegriffen wurden, wie „John come kiss me now“, als auch Variationen über wohlbekannte ostinate Bässe beinhaltet diese Sammlung. So ist „The Faronells’ Ground for Violin and Continuo“ z.B. eine Follia, deren wohl bekannteste Adaption durch Arcangelo Corelli, möglicherweise sogar durch Charles Dieupart und Gasparo Visconti 1703 im Drury Lane Theatre in London zum Erklingen gebracht wurde.

Der Kontrast dieser freien und improvisatorischen Stücke zu der Sonate des ebenfalls später ausgewanderten Francesco Geminiani könnte größer nicht sein – die unmittelbare Verbindung mit diesen lebendigen Improvisationen lässt die Sonatenform der Werke von Geminiani und Francesco Maria Veracini jedoch in einem ganz anderen Licht erscheinen. Matteis greift in dem Stück „Diverse bizzarie Sopra la Vecchia Sarabanda ò pur Ciaconna“ die ostinate Form der Ciaconna auf. Zusammen mit der Ciaconna per cimbalo von Bernardo Storace vermittelt es einen Eindruck der rauschhaften, barocken Klangwelten, die auch mit einfachsten Mitteln entstehen können.


Terpsichore
Georg Friedrich Händel Prelude, aus Terpsichore, Il pastor fido, HWV 8b

Giovanni Battista Bononcini „Siedi, Amarilli mia“, Cantata per contralto, due violini e basso continuo, aus Cantate e Duetti
Händel Chaconne, aus Terpsichore
Händel „Mi palpita il cor“, Cantata HWV 132c
Händel Sarabande, aus Terpsichore
Händel Sinfonia, aus Theodora, Second part, HWV 68
Nicola Antonio Porpora Aria „Alto Giove“, aus Polifemo, Dramma per musica in tre atti
Händel Gigue, aus Terpsichore
*** *** ***
Händel/William Babell Aria „Vo’ far guerra“, aus Rinaldo, HWV 7
Attilio Ariosti Il Naufragio (Contralto, 2 Violini, Continuo)
Händel Concerto à quattro in d-Moll
Bononcini Già la stagion d’amore, Cantata per contralto e basso continuo, aus Cantate e Duetti, 1721
Händel Concerto à quattro in d-Moll
Henry Purcell „Now that the sun hath veil’d his light“ (An Evening Hymn on a Ground)

Besetzung: Alex Potter, Countertenor
1-1-(1)-1, (KB/Fg), Fl, (Theorbe), Cem/Org
Elina Albach, Cembalo & Leitung

Terpsichore nennt Georg Friedrich Händel einen Prolog, welchen er nachträglich zu der Oper „Il pastor fido“ 1735 komponierte. In folgendem Programm bildet diese Suite einen Rahmen um Kantaten und Arien von Händel, aber auch denen seiner Kollegen und Rivalen seiner Londoner Schaffenszeit.

Die Royal Academy of Music, Händels Operninstitution mit Musikern und Komponisten, wie z.B. Giovanni Battista Bononcini und Attilio Ariosti, stand einige Jahre in großer Konkurrenz zu der Opera of the Nobility – Nicola Antonio Porpora als Aushängeschild derselbigen – bis sich beide durch den finanziellen Wettstreit gegenseitig in den Konkurs musizierten. Dass in dieser Zeit für die aus Italien nach London importierten Countertenöre hervorragende Kantaten und Arien komponiert wurden, wird in diesem Programm deutlich – begleitet und umrahmt von instrumentalen Werken G. F. Händels.

William Babell, ein Londoner Cembalist, schrieb einige Händel’sche Arien als Cembaloversionen auf: von der virtuosen Arie „Vo’ far guerra“ heißt es, Babell hätte die Improvisationen und Kadenzen, die Händel selbst in den Vorstellungen spielte, niedergeschrieben: überliefert ist damit ein Stück, welches in seiner Virtuosität, Extrovertiertheit und mit den prachtvollen Kadenzen eher an das 5. Branden-burgische Konzert von Joh. Seb. Bach erinnert, als an konventionelle Continuoaussetzungen. Im Gegensatz zu Bachs Musik spielt die Traversflöte bei Händel eher eine untergeordnete Rolle, einige wenige Arien oder Sinfonien erzeugen aber in der Kombination zwischen Altus und obligater Traverso eine sehr besondere und selten erklingende Schönheit in Händels Musik.

Abschließend wird jeglicher Konkurrenzkampf musikalischer Komponisten im London des 18. Jahr-hunderts von der überwältigenden Herrlichkeit ihres prominentem Vorgängers in London, Henry Purcell, in absolutem Einklang beendet: „Now, now that the sun hath veil’d his light - And bid the world goodnight. (...) And singing, praise the mercy – That prolongs thy days. Hallelujah!“


Herzensgeschenke
Für Johann Sebastian Bach waren die Jahre, die er in Köthen von 1717 bis 1723 als Hofkapellmeister verbrachte, vermutlich prägender, als die Jahre zuvor und danach. Beruflich fühlte Bach sich zunächst sehr wohl, die Werke, die in seiner Köthener Zeit entstanden sind, zeugen von hervorragenden Musikern und Instrumenten, die ihm für seine Kompositionen zur Verfügung standen.
In diesem Konzert wird nun das Privatleben des Komponisten in Köthen beleuchtet und die Ambivalenz zwischen großem Leid und großer Liebe zum Ausdruck gebracht. Inwiefern diese Liebeslieder und seine in Köthen entstandenen Kompositionen von dem Schmerz über den Tod – der dort nicht nur seine erste Frau, sondern auch einige seiner Kinder ereilte – und der Freude über die neue Liebe und den Aufbau einer neuen Familie geprägt sind, wird mit einem kurzen Pasticcio illustriert.

Mit u.a.
Improvisationen & Fantasien
Sonaten für Violine und b.c.
Rezitative & Arien (Willst du dein Herz mir schenken, Drum sucht auch Amor sein Verlangen, Ein gläubiges Herze, frohlocke, sing, scherze)

Besetzung: Elfa Rún Kristinsdóttir – Violine; Daniel Rosin – Violoncello; Marie Luise Werneburg – Sopran; Elina Albach – Cembalo


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Anne Röwekamp
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