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4 Elemente - 4 Jahreszeiten / Biographien

Midori Seiler, Tochter einer japanischen Pianistin und eines bayerischen Pianisten, wuchs in Salzburg auf. Ihre musikalische Ausbildung führte sie von Salzburg nach Basel, London und Berlin. Ihre Lehrer waren Helmut Zehetmair, Sandor Végh, Adelina Oprean, David Takeno, Eberhard Feltz und Stephan Mai. Seit dem Jahr 2000 ist Midori Seiler Konzertmeisterin der Orchester Akademie für Alte Musik Berlin und Anima Eterna und war u. a. Gastkonzertmeisterin des Orchestra of the Age of Enlightment und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Als Solistin in Europa, Südamerika, Spanien, Asien und den USA spielte sie Violinkonzerte von Bach, Vivaldi, Telemann, Mendelssohn, Mozart, Haydn und Beethoven.
Unter ihren CD-Veröffentlichungen, von denen viele mit Preisen ausgezeichnet wurden, finden sich die Violinkonzerte von Mozart, das verschollene Violinkonzert von Bach BWV 1052 in einer eigenen Rekonstruktion, die „Sheherezade“ von Rimsky-Korsakoff. Mit dem Pianisten und Spezialisten für historische Tasteninstrumente Jos van Immerseel spielte sie u. a. die Violinsonaten von Mozart und Schubert ein sowie die kompletten Violinsonaten von Ludwig van Beethoven.Im Frühjahr 2011 sorgte ihre Einspielung der Partiten für Violine Solo von Bach bei Berlin classics international für Furore: „Ein gewagter Ansatz, virtuos, ohne Netz und doppelten Boden – atemberaubend und aufregend, wenn man sich als Hörer darauf einlässt und der bindenden Kraft eingefahrener Hörgewohnheiten abzuschwören bereit ist.“ (Rondo, Februar 2011)
Midori Seiler gab Meisterkurse in Brügge, Antwerpen und Chemnitz. Sie war Dozentin für Barockvioline an der Hochschule für Musik in Weimar und am Königlichen Konservatorium Den Haag für das Spezialgebiet ‚Aufführungspraxis des 19. Jahrhunderts’. Seit 2010 ist sie Professorin für Barockvioline und -viola an der Franz-Liszt-Hochschule für Musik in Weimar.
Auf ihrem Konzertkalender der nächsten Monate stehen u. a. die Partiten von Bach und die Rosenkranzsonaten von Biber.

zurück zum SeitenanfangJuan Kruz Diaz de Garaio Esnaola
, geboren in Legazpi (Spanien), studierte zunächst Musik am Conservatorio Superior de Música de San Sebastián und anschließend Alte Musik als Countertenor an der Akademie voor Oude Muziek in Amsterdam, wo seine vielversprechende Karriere als Sänger begann. Das Treffen und die daraus entstehende enge künstlerische Zusammenarbeit mit dem Choreographen Marcelo Evelin in Amsterdam, der ihn dazu einlud, an seinem Tanzstück „Muzot“ teilzunehmen, bewegten ihn dazu, das Potenzial des Körpers als ein totales Instrument und als Werkzeug des Ausdrucks weiter zu erforschen.
Nachdem er u. a. mit P. C. Scholten, Emio Greco, Arthur Rosenfeld und Lloyd Newson zusammengearbeitet hatte, traf er 1995 Sasha Waltz, die ihn dazu einlud, Teil des von ihr 1996 gegründeten Ensembles zu werden. „Allee der Kosmonauten“ stand am Anfang ihrer langen und fruchtbaren künstlerischen Beziehung. Er folgte den verschiedenen Etappen von Sasha Waltz & Guests aus der Unabhängigkeit an die Schaubühne am Lehniner Platz und wieder zurück und bleibt bis heute ein zentraler Teil des Ensemblekerns.
In der Compagnie ist er nicht nur als Tänzer und Performer tätig, sondern auch für die Repetition und bei unterschiedlichen Stücken für die musikalische Leitung und Komposition verantwortlich, sowie künstlerischer Assistent von Sasha Waltz. Seine eigene Arbeit als Choreograph und Regisseur zeugt von seinem Interesse, seine musikalischen und tänzerischen Hintergründe zu vereinen, unaufhörlich die Beziehung zwischen ihnen zu erforschen und die Rolle und Integration von Musik in der theatrischen oder darbietenden Aufführung zu hinterfragen. Als treuer Anhänger und Verfechter echter künstlerischer Zusammenarbeit entwickelt er seine Projekte um eine solche herum. Mit seinem engen künstlerischen Partner Luc Dunberry (mit dem er einen wichtigen Werkekanon gemeinsam hat), Sidi Larbi Cherkaoui und Damien Jalet zeichnet er für die Regie seines Projekts „d’avant“ verantwortlich. Weitere Kollaborationen entstanden mit Joanna Dudley, der Akademie für Alte Musik Berlin („4 Elemente – 4 Jahreszeiten“), loscorderos.sc, MOPA und Stephanie Thiersch.
Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola unterrichtet und gibt regelmäßig Workshops und Meisterklassen auf der ganzen Welt.

zurück zum SeitenanfangClemens-Maria Nuszbaumer
wurde in Linz/Oberösterreich geboren und erhielt seinen ersten Violinunterricht im Alter von sieben Jahren. Bereits während seiner Schulzeit beschäftigte er sich mit Musik auf historischen Instrumenten und war Mitglied in verschiedenen Barockensembles in Oberrösterreich. Nach der Matura studierte er zunächst Rechtswissenschaften in Salzburg. Danach folgt ein Bratschenstudium bei Hermann Kienzl am Mozarteum. Zusätzlich erhielt er Unterricht auf der Barockgeige bei Reinhard Goebel und Ingrid Seifert. 1986 gründete Clemens-Maria Nuszbaumer das Ensemble La Follia Salzburg. Im Rahmen seiner regen Konzerttätigkeit trat er u.a. mit Les Arts Florissants unter William Christie, der Cappella Coloniensis und dem Freiburger Barockorchester auf. Er ist seit 1993 häufiger und seit 2002 ständiger Gast der Akademie für Alte Musik Berlin.

Georg Kallweit ist als Mitglied, Konzertmeister und regelmäßiger Violinsolist der Akademie für Alte Musik Berlin heute längst zum vielgefragten Spezialisten seines Fachs avanciert. Dabei nehmen das solistische Repertoire und die Ensembleleitung einen immer größeren Stellenwert ein. Neben der Arbeit mit Akamus arbeitet er als Gastkonzertmeister und Solist regelmäßig mit anderen renommierten Orchestern zusammen (Ensemble Resonanz Hamburg, Finnish Baroque Orchestra, Deutsche Kammervirtuosen Berlin, Deutsches Sinfonie Orchester, Lauttencompagney Berlin) und neuerdings vermehrt mit Kammerorchestern auf modernen Instrumenten.
Seit einigen Jahren verbindet ihn im Ensemble Ombra e Luce eine erfolgreiche Duopartnerschaft mit dem Lautenisten Björn Colell in der Erarbeitung frühen italienischen Reper-toires. Es liegen über sechzig, mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnete CD- Einspielungen vor, darunter Aufnahmen mit Violinkonzerten bei harmonia mundi France, Kammermusik mit der Berliner Barock Compagney, Recitals mit Ombra e Luce bei Raumklang und vieles mehr. Seine rege internationale Konzerttätigkeit führte Georg Kallweit in nahezu alle europäischen Länder und regelmäßig nach Nord-, Südamerika und Asien.
Als Dozent unterrichtete er an den Musikhochschulen in Leipzig, Weimar und Helsinki und darüber hinaus seit seiner Gründung das Jugendbarockorchester Bachs Erben.

zurück zum SeitenanfangDie Akademie für Alte Musik Berlin
(kurz Akamus), feiert im Jahr 2012 ihr bereits 30-jähriges Bestehen. 1982 in Ost-Berlin gegründet, gehört das Orchester heute zur Weltspitze der Kammerorchester und kann auf eine beispiellose Erfolgsgeschichte verweisen. Die internationale Bedeutung zeigt sich in der Vielzahl seiner Gastspiele im In- und Ausland. Regelmäßig gastiert das Ensemble in allen musikalischen Zentren Europas, Asiens, sowie Nord- und Südamerikas.
Seit 1984 gestaltet das Ensemble eine eigene Abonnementreihe im Konzerthaus Berlin und ist seit 1994 regelmäßiger Gast an der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Akamus präsentiert sich mit rund 100 Auftritten pro Jahr in Besetzungsgrößen vom Kammerensemble bis zum sinfonischen Orchester. Das Ensemble musiziert unter der wechselnden Leitung seiner Konzertmeister Midori Seiler, Stephan Mai, Bernhard Forck und Georg Kallweit sowie ausgewählter Dirigenten.
Besonders mit René Jacobs verbindet das Ensemble seit beinahe 25 Jahren eine enge künstlerische Partnerschaft, aus der zahlreiche gefeierte Opern- und Oratorienproduktionen hervorgegangen sind. Die unter Jacobs‘ Leitung erschienene CD-Einspielung von Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ wurde von der deutschen und internationalen Presse hochgelobt und erhielt den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Erfolgreiche künstlerische Verbindungen bestehen ebenfalls mit den Dirigenten Marcus Creed, Daniel Reuss, Peter Dijkstra und Hans-Christoph Rademann. Hervorzuheben ist die kongeniale Kooperation mit dem RIAS Kammerchor, von deren Qualität zahlreiche preisgekrönte Aufnahmen zeugen. Mit renommierten Solisten wie Cecilia Bartoli, Andreas Scholl, Sandrine Piau und Bejun Mehta arbeitet Akamus regelmäßig zusammen.
Gemeinsam mit der Tanzcompagnie Sasha Waltz & Guests, entstanden Erfolgsproduktionen wie „Dido & Aeneas“ (Musik: Henry Purcell) und „Medea“ (Musik: Pascal Dusapin). Auch mit dem Aufsehen erregenden inszenierten Konzert „4 Elemente – 4 Jahres-zeiten“ festigte die Akademie für Alte Musik Berlin ihren internationalen Ruf als kreatives und innovatives Ensemble.
Weit über eine Million verkaufte Tonträger sind Ausdruck des internationalen Erfolgs des Orchesters. Die seit 1994 exklusiv für das Label harmonia mundi France produzierten Aufnahmen wurden mit allen bedeutenden Schallplattenpreisen ausgezeichnet: dem Grammy Award, dem Diapason d’Or, dem Cannes Classical Award, dem Gramophone Award sowie dem Edison Award. 2009 wurde die Akademie für Alte Musik Berlin mit dem Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik für die DVD-Produktion der Purcell-Oper „Dido & Aeneas“ mit Sasha Waltz & Guests ausgezeichnet und erhielt 2010 den MIDEM Classical Award und den Choc de l’année für seine Einspielung von Telemanns „Brockespassion“.