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Claude Vivier - a sacred act

ensemble unitedberlin - ensemble in residence Konzerthaus Berlin
Vladimir Jurowski oder Ralf Sochaczewsky, Leitung

Vocalconsort Berlin
Allison Bell (tbc), Sopran
Max Hopp, Sprecher

Susanne Weiske, Kostüme
Diego Leetz, Licht
Anisha Bondy, Einrichtung

Andreas Bräutigam, Idee

 

Geboren in Montreal, gestorben in Paris: Claude Vivier wäre 2018 70 Jahre alt geworden, wäre ...  1983 fand man ihn ermordet in seiner Wohnung und neben ihm sein letztes und unvollendet gebliebenes Werk „Glaubst Du an die Unsterblichkeit der Seele?" Vision? Vorhersehung? Planung? Mysteriös und eigenwillig ist es allemal - so eigenwillig, schräg und schillernd wie sein Leben, sein Werk, entstanden zwischen dem Verweis vom Priesterseminar und der Ermordung durch einen Prostituierten, geprägt von Einsamkeit und Sehnsucht, von Humor und Naivität, von Spiritualität und Pathos - und vor allem von einer berauschend-befremdlichen Schönheit seiner Musik.

Unter Leitung seines artistic advisors Vladimir Jurowski entwickelt das ensemble unitedberlin das Konzert als "sacred act" - ganz im Sinne von Vivier: Musik war für ihn eine „heilige Handlung“, eine Freisetzung von Kräften, eine Offenbarung. 
Am Anfang und am Ende steht das Werk „Glaubst Du an die Unsterblichkeit der Seele?" Die Reibung darin entsteht zwischen der Beschreibung brutaler Realität und des Göttlichen. Die frühe Komposition „Hiérophanie" (etwa: das Aufscheinen des Heiligen im Profanen) steht im Zentrum. Dieses Werk ist wohl die roheste und groteskeste Begegnung mit Vivier. Er lässt die elf Musiker wie vor das jüngste Gericht treten, sie davor wandeln, sich begegnen. Sie pendeln zwischen Egoismus und Liebe, den Lebenden und den Toten und werden vom Allerhöchsten (hier der Dirigent) ausgestoßen oder in den Kreis der profanen Heiligen aufgenommen. Es ist der Beginn seiner Glaubenssuche in der Musik und der Beginn der Begegnung mit sich selbst.
Klanglich inspiriert sind „Bouchara" wie auch „Et je reverrai cette ville étrange" durch Viviers Reisen zwischen Indonesien, Fernost und Mittelasien. Es ist vor allem die Welt der uns oft unbekannten Schlaginstrumente aus den bereisten Regionen, die die Atmosphäre der beiden Werke bestimmen. Und aus „Bouchara" ist sein Ideal reiner Liebe herauszuhören. Der Text: eine komplett erfundene Sprache.  

Die Uraufführung am 27. Februar 2018 im Konzerthaus Berlin wurde frenetisch gefeiert! Und das Programm  - in jedem Fall eine "wunderbare Gelegenheit, mit Vivier Fremdschaft zu schließen. Denn vieles ist befremdlich, manches fremd bleibend, anderes aber wird aufregend fremd" (Albrecht Selges Biog: Hundert 11 - Konzertgänger in Berlin)

 

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Kirsten Junglas
+49 (0)30 6956607-13
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