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Inside Partita/ Biographien

Midori Seiler
Midori Seiler, Tochter einer japanischen Pianistin und eines bayerischen Pianisten, wuchs in Salzburg auf. Ihre musikalische Ausbildung führte sie von Salzburg nach Basel, London und Berlin.I hre Lehrer waren Helmut Zehetmair, Sandor Végh, Adelina Oprean, David Takeno, Eberhard Feltz und Stephan Mai. Seit dem Jahr 2000 ist Midori Seiler Konzertmeisterin der Orchester Akademie für Alte Musik Berlin und Anima Eterna und war unter anderem Gastkonzertmeisterin des "Orchestra of the Age of Enlightment" und der "Deutschen Kammerphilharmonie Bremen". Als Solistin in Europa, Südamerika, Spanien, Asien und den USA spielte sie Violinkonzerte von Bach, Vivaldi, Telemann, Mendelssohn, Mozart, Haydn und Beethoven. Unter ihren CD-Veröffentlichungen, von denen viele mit Preisen ausgezeichnet wurden, finden sich die Violinkonzerte von Mozart, das verschollene Violinkonzert von Bach BWV 1052 in einer eigenen Rekonstruktion, und die "Sheherezade" von Rimsky-Korsakoff. Mit dem Pianisten und Spezialisten für historische Tasteninstrumente Jos van Immerseel produzierte sie die Violinsonaten von Mozart, Beethoven und Schubert. Große öffentliche Aufmerksamkeit erregte die szenische Produktion der "Vier Jahreszeiten" mit der Akademie für Alte Musik Berlin, inszeniert von dem Choreographen und Regisseur Juan Kruz Diaz de GaraioEsnaola. Sie ist als Live-Mitschnitt auf DVD (HarmoniaMundi France) und als CD-Produktion erhältlich. Für edel-Classics entstand 2010 die hoch gelobte Einspielung der Partiten von Johann Sebastian Bach.

Fabian Russ
Fabian Russ wird 1985 in Braunschweig geboren und wächst als Sohn des Flötisten Tilmann Russ auf. Als Kindersolist sammelt der junge Künstler reichhaltige Erfahrungen im Staatstheater Braunschweig, erhält klassischen Klavierunterricht sowie Gesangsunterricht. Nach dem Abitur entscheidet er sich zunächst für einen anderen Weg – ohne Musik. Es folgt ein soziales Jahr in Frankreich, Schauspielunterricht in der Schweiz und anschließend ein Doppelstudium in Lyon und Weimar. Erst dann kehrt Fabian Russ zurück zur Musik. Ein Umzug nach Leipzig bringt intensives Schaffen und einen neuen Anfang. Er wird Redakteur des Ressorts klassische Musik beim Leipziger Stadtmagazin Der Kreuzer sowie Autor für das Gewandhausmagazin. Es folgen Kompositionen für Chor, für Film, für großes Sinfonieorchester, Schauspiel sowie Bühnentanz. 2011 initiierte und leitete er den ersten Kompositionswettbewerb für Filmmusik und Sounddesign in Mitteldeutschland, „Klangsuechtig“. Seit März 2011 ist er Meisterschüler beim Komponisten und Regisseur Thomas Hertel.

Renate Graziadei
Renate Graziadei, geboren in Österreich, begann ihre Tanzausbildung in der Schweiz. Anschließend studierte, arbeitete und lebte sie drei Jahre in New York, wo sie unter anderem bei der Nina Wiener Dance Company tanzte. Nach ihrer Rückkehr nach Europa arbeitete sie mit Rui Horta beim S.O.A.P. Dance Theatre Frankfurt und schloss sich danach der Hamburger Tanzgruppe COAX an. Im Herbst 1994 gründete sie gemeinsam mit Arthur Stäldi das Kollektiv LaborGras. Seit der Gründung von LaborGras hat sie gemeinsam mit Arthur Stäldi mehr als 15 eigene Produktionen/ Projekte realisiert und war an zahlreichen Produktionen anderer Künstler beteiligt. 1997 und 1998 erhielt sie ein Stipendium des danceWEB Programms der Internationalen Tanzwochen in Wien. In der jährlichen Kritikerumfrage der Zeitschrift ballett international/tanz aktuell wurde sie 1997 als profilierte Nachwuchstänzerin und 2010 als beste Tänzerin ausgezeichnet. Seit 1996 unterrichtet sie regelmäßig an verschiedenen Institutionen im In-und Ausland zeitgenössische Tanztechnik, Improvisation und Komposition. Seit Sommer 2004 arbeitet sie als Korepetitorin und seit 2008 als Tänzerin bei Sasha Waltz & Guests.
Arthur Stäldi
Der gebürtige Schweizer Arthur Stäldi begann seine Tanzausbildung in Luzern (Schweiz) und Rotterdam (Holland). Er arbeitete anschließend an verschiedenen Stadttheatern in der Schweiz und Deutschland und gründete 1989 gemeinsam mit der Tänzerin Rica Blunck die Hamburger Tanzgruppe COAX. Seit seiner Loslösung von COAX im Sommer 1994 arbeitet er für das von ihm mit gegründete Kollektiv LaborGras und hat an zahlreichen internationalen Projekten anderer Künstler/Choreografen mitgewirkt. Seit 1996 unterrichtet er regelmäßig an verschiedenen Institutionen in Deutschland zeitgenössische Tanztechnik, Improvisations- und Kompositions-Workshops in Deutschland, Schweiz, Belgien, Kroatien, Dänemark, Italien, Kolumbien und bei internationalen Festivals und in Tanzinstitutionen (unter anderem Ernst-Busch-Schule Berlin, Tanzfabrik Berlin). Seit 2008 arbeitet er auch als Improvisator, Choreograph, Dramaturg und als Technischer Leiter im Studio LaborGras.

Lutz Deppe
Nach achtjähriger Erfahrung als Photograph mit Veröffentlichungen für diverse Labels wie Thorofon, Wergo, Weltwunderrecords, Verlage wie DuMont, Prestel, Edition Cantz und Ausstellungen in Berlin, Köln, Hannover arbeitete Lutz Deppe 1995 das erste Mal ausschließlich mit Licht. Zusammen mit Susanne Linke entwickelte er die Lichtgestaltung für den Tanzfilm “Märkische Landschaften”. Danach folgte eine Assistenz bei Jean Kalman für die Opera de Lyon, “Lenz” von Wolfgang Rihm. Seitdem arbeitete er mit zahlreichen Choreographen, Regisseuren und Komponisten. Mit der Produktion Yoshi Oidas “Die Zofen” erhielt er in London den “Time out award for the best outstanding production of the year 2003”. In den letzten Jahren waren Lichtinstallationen unter anderem bei der Expo 2000, in der Cité de la Musique in Paris 2003 und in der Elisabethkirche in Berlin 2010 zu sehen. Lutz Deppe gibt Workshops im In– und Ausland und war von 2004 bis 2007 Dozent an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich. Seit 2010 unterrichtet er an dem Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin/ Hochschule für Schauspielkunst “Ernst Busch” Berlin.

Folkert Uhde
Folkert Uhde wuchs in der Nordseestadt Wilhelmshaven mit Musik von Bach und Schütz in bester protestantischer Kantorei-Tradition auf. Nach einer Ausbildung zum Radio- und Fernsehtechniker studierte er Kommunikations- und Musikwissenschaft sowie Philosophie an der TU Berlin. Parallel dazu lernte er Barockvioline an der Akademie für Alte Musik Bremen. Bis 1995 war er freiberuflich als Musiker tätig, im gleichen Jahr machte er sich als Musikmanager selbständig. Von 1997 bis 2012 war er Mitinhaber von Uhde &Harckensee MusikManagement und von 1997 bis 2008 Manager und Dramaturg der Akademie für Alte Musik Berlin. Er initiierte und programmierte mehrere Festivals, unter anderem seit 2002 die Biennale Alter Musik „Zeitfenster“ in Zusammenarbeit mit dem Konzerthaus Berlin. Mit der Koproduktion der international erfolgreichen Oper Dido & Aeneas der Choreographin Sasha Waltz begann die Zusammenarbeit mit dem Dramaturgen und Kulturmanager Jochen Sandig, mit dem er 2006 das RADIALSYSTEM V als „New Space for the Arts in Berlin“ gründete. Seitdem hat sich Folkert Uhde mit der kreativen Entwicklung und Realisierung neuer künstlerischer Formate und Projekte insbesondere für die Aufführung Klassischer Musik im weitesten Sinne einen Namen gemacht. 2009 wurde er für seine „innovative Herangehensweise“ als Kulturmanager des Jahres ausgezeichnet. Für ARTE, 3SAT und ZDF.Kultur hat Folkert Uhde Film- und Fernsehproduktionen im Bereich Klassischer Musik entwickelt und produziert, darüber hinaus ist er als Dozent an verschiedenen Hochschulen tätig und berät Künstler, Ensembles und Institutionen in der Entwicklung künstlerischer Projekte und Strategien. 2012 wurde er zum Künstlerischen Leiter des traditionsreichen Festivals Internationale Orgelwoche Nürnberg – Musica Sacra berufen.

LaborGras
Seit der Gründung des Kollektivs macht LaborGras es sich zur Aufgabe, Tanz als eigenständige Kunstform und Sprache zu untersuchen und die eigene Handschrift durch den Einfluss anderer Ästhetiken und Künstler offen zu halten und weiter zu formulieren. Von den Tänzern und Choreografen Renate Graziadei (A) und Arthur Stäldi (CH) 1994 in Hamburg gegründet, ist das Kollektiv LaborGras seit 2000 in Berlin ansässig. Verankert im zeitgenössischen Tanz nimmt die Zusammenarbeit mit Künstlern verschiedener Genre, die Bewegungserforschung und das interdisziplinäre Experimentieren einen wichtigen Platz in ihrem Selbstverständnis ein. Seit Jahren pflegt LaborGras Kollaborationen mit einzelnen Künstlern und Institutionen in Berlin sowie im In- und Ausland. Seit 2009 gibt es gemeinsame Aktivitäten mit Sasha Waltz & Guests, dem Radialsystem V, Tanz im August, K3 Kampnagel Hamburg, und seit 2011 mit dem Dance Cultural Center Athen/ Griechenland, dem Netzwerk Tanz Österreich, dem Movement Research New York, dem Danscentrum Jette Brüssel und dem Hanguk Performing Arts Center in Korea. Für 2012 bereiten wir Projekte mit Critical Path in Sidney und dem Dance House in Melbourne, Australien vor. Im Februar 2012 ist LaborGras zum Pitching der Tanzplattform in Dresden-Hellerau eingeladen um Einblicke in ihre künstlerische Arbeit zu geben. LaborGras ist gemeinsam mit sechs weiteren internationalen Partnern Antragssteller beim Kulturprogramm der Europäischen Kommission für ein auf zwei Jahre angelegtes Workshop- und Residenzprojekt. Geplanter Projektbeginn ist Mai 2012.Die Arbeit von LaborGras ist national und international anerkannt. Die Produktionen von LaborGras wurden als "Innovative Tanzproduktion 2000" (ballett-tanz) ausgezeichnet, erhielten den Essener Kurt-Jooss-Preis und wurden zum "Resolution! Aerowaves Festival" in London und zur Deutschen Tanzplattform nach Leipzig eingeladen. Die 2006 entstandene Produktion „I, myself and me again“ wird seit der Uraufführung auf zahlreichen internationalen Festivals präsentiert und sowohl in der Tanzwissenschaft wie auch im Bereich der Neuen Medien als herausragende interdisziplinäre Arbeit besprochen. 2009 konnte LaborGras mit Unterstützung von Sasha Waltz & Guests im Rahmen von „Choreographen der Zukunft“, das Solo Rückwärts produzieren und beim „Internationales Tanzfest - Tanz im August 2009“ im Radialsystem V zur Uraufführung bringen. Das Solo wurde bei 3sat als Höhepunkt des Abends „Choreographen der Zukunft“ erwähnt. Ebenso wurde Renate Graziadei in der jährlichen Kritikerumfrage der Zeitschrift ballett-tanz 2010 als beste Tänzerin des Jahres ausgezeichnet. Die Performance-Installation Habitat, uraufgeführt im Dezember 2010 im Radialsystem V, konnte mit Hilfe des Hauptstadtkulturfonds im Rahmen von Tanz im August 2011 wieder aufgenommen werden. Alle neun Vorstellungen waren ausverkauft.