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Monteverdi - a trace of grace

Ein Netzwerk feinster Verbindungen - Einblicke in eine Werkstatt…

Vom 30. Mai bis zum 5. Juni 2011 fanden sich sechs Musiker an einem ganz besonderen Ort zusammen, um dort ein gemeinsames musikalisches Abenteuer zu durchleben. Sie treffen sich in der beeindruckenden Abbaye de Noirlac, einem ehemaligen Zisterzienserkloster aus dem 12. Jahrhundert, im Herzen Frankreichs. Sechs Musiker - Michel Godard, ein Virtuose des Serpents, Guillemette Laurens, die wunderbare Mezzo-Sopranistin aus der Welt der Alten Musik, Fanny Paccoud, eine Geigerin, die sich beschwingt zwischen Alter und Neuer Musik bewegt, der Komponist und Bassist Steve Swallow, Legende des Jazz, Gavino Murgia, ein erstaunlicher Improvisator auf dem Saxophon und nicht minder erstaunlicher Sänger mit einer verblüffenden Stimme, und Bruno Helstroffer, ein Teorbenspieler, der auf seinem Instrument erfindungsreich zaubern kann. Diese Sechs treffen zusammen, um eine neue Musik zu erschaffen, spielend mit und ausgehend von … Monteverdi.
Für Michel ist es die Verwirklichung eines Jugendtraumes. Monteverdi ist eine seiner Leidenschaften, seit seiner Kindheit: „Als Musiker hört man nachts in seinen Träumen immer diese verschiedenen Musiken, an die man sich dann, wenn man aufwacht, nicht mehr wirklich erinnern kann, und das treibt einen um, ja, das tut es (lacht). Aber hier, das ist jetzt wie eine dieser erträumten Musiken, die endlich wahr wird.“

zurück zum SeitenanfangMichel berichtet, wie er die Musiker für sein Projekt gefunden hat: „Die richtigen Musiker für solch ein Projekt zu finden, ist ganz enorm wichtig, denn es geht nicht nur um die Interpretation der Musik, sondern auch darum, ganz stark seine eigene Fantasie mit einzubringen.“ Michel wendet sich an den großen Jazzer Steve Swallow und bittet ihn darum, ein paar Stücke für das Projekt zu schreiben. Steve zeigt sich begeistert. Zwei Stücke aus seiner Feder sind im Album: 'Les effets de manches' und 'Doppo il tormento'. "Steve hat für eine seiner Kompositionen 'Si dolce è il tormento' als Ausgangspunkt gewählt und hat dann das harmonische System, das Monteverdi verwendet, ganz wunderbar neu zum Einsatz gebracht. Die Harmonien in diesem Monteverdi-Stück sind übrigens ... sehr, sehr schön, und Steve entwickelt daraus dann etwas ganz Eigenes. Dann hatte ich Steve noch gebeten, ein Stück nur für Serpent und Bass zu schreiben. Für diese zweite Komposition ist er von keinem speziellen Stück Monteverdis ausgegangen, sondern vielmehr ganz allgemein von dem, zu was ihn die Harmonien bei Monteverdi inspirierten. Was bei Steve so interessant ist, ist, dass er mit großer Virtuosität eine sehr harmonische Sprache entwickelt hat. Meine Sprache dagegen ist der modalen Musik näher. Monteverdi steht am Kreuzungspunkt von modaler Musik und Harmonik.”

Michel bat Guillemette Laurens hinzu, ein Star in der Welt der Monteverdi-Interpretationen. "Guillemette gehört zu den Sängerinnen, die Monteverdi wirklich in- und auswendig kennen. Ihre Monteverdi-Einspielungen zählen mit zu den Schönsten, die es gibt. Und dazu singt sie mit einer solch großen Überzeugung, und das ist so sehr Teil von ihr, dass es eine absolute Freude ist.“ Bruno wurde angesprochen. Er und Michel haben bereits zusammen gespielt in Projekten völlig frei improvisierter Musik, wo die Musiker erst beim Konzert zusammen kommen, um die Direktheit des Moments zu genießen und auszuschöpfen. „Mir war sofort klar, dass Bruno das perfekte Timing hat, wenn er spielt, und dass er die Dinge auf seine Weise harmonisiert, und seine Art, das zu machen, ist perfekt.“ Fanny teilt mit Michel die Liebe zur Alten wie auch Zeitgenössischen Musik. Ja, und dann ist da natürlich noch Gavino, ein langjähriger Freund und Weggefährte.

zurück zum SeitenanfangMichel Godard ist der Dreh- und Angelpunkt des Abenteuers: Alle haben bereits mit ihm zusammen Musik gemacht, aber untereinander kennt man sich noch nicht unbedingt. Die sechs Tage vor Ort erlauben es jedem, ganz in die Arbeit dieses Labors einzutauchen und Neues zu erforschen.

„Es gibt unglaublich viele Ähnlichkeiten zwischen einem Musiker des 16., beginnenden 17. Jahrhunderts und einem Jazzmusiker von heute; genau genommen sind es diese Ähnlichkeiten, die mich auf die Idee gebracht haben, einmal Musiker, die auf Renaissance- oder Barockmusik spezialisiert sind, und Jazzmusiker, die offen für andere Musikpraktiken sind, einander begegnen zu lassen. Aber nicht, damit man sich auf dem Terrain begegnet, wo man bereits ist, und die Jazzer improvisieren dann über ein Monteverdi-Stück! Das Projekt ist vielmehr, zu versuchen, dass jeder Musiker die Sprache des anderen versteht und auch genügend respektiert, damit alle zusammen eine gemeinsame Sprache finden und Verbindungen zwischen den zwei Welten entstehen können. Wir können keinen Musiker des 16. Jahrhunderts leibhaftig treffen, aber die Musiker, die heute ganz in diese Musik eintauchen, nähern sich dem Geist dieser Zeit an, soweit es irgend geht. Ich glaube, dass eine der großen Gemeinsamkeiten das Verhältnis zur Komposition ist, die Tatsache, dass jeder Musiker zunächst auch ein Komponist war, und dass in dem Jazz, den wir machen, jeder Komponist ist …
Und es geht dann vorrangig nicht darum, wie genial jemand als Komponist ist, oder ob man in die Geschichte eingehen wird, oder Ähnliches. Es geht darum, eine Musik zu schreiben, die ein Projekt trägt oder für ein Konzert gedacht ist, das man die Woche drauf oder am nächsten Tag spielt, es geht darum, Momente für Improvisation zu schaffen. Es geht darum, dass alle eine gemeinsame Sprache sprechen, und das erlaubt es dann auch, dass man sich begegnet. “

Monteverdi – a trace of grace macht die Freiheit in Spiel und Musik, die die Musiker in den Gemäuern von Noirlac erleben durften, hörbar.

Michel Godard - Serpent , E-Bass
Guillemette Laurens - Stimme
Gavino Murgia - Saxophon, Stimme
Fanny Paccoud - Violine
Bruno Helstrofer - Theorbe
Steve Swallow - Bass

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Claudio Monteverdi: "Si dolce è il tormento".
Abbaye de Noirlac, Bruère-Allichamps (Frankreich) Frühjahr 2011

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Monika Rebuschat
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