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Wendezeiten

Konzertinstallation
Akademie für Alte Musik Berlin
Kammerensemble Neue Musik Berlin
Udo Samel
Filmbeiträge von Pamela Meyer-Arndt, Thomas Heise, Andreas Höfer
Lichtbilder von Klaus Elle

Die Konzertinstallation Wendezeiten spannt eine Klammer zwischen zwei Umbruchphasen der europäischen Geschichte: dem Sturm und Drang des 18. Jh. und der friedlichen Revolution von 1989, die in diesem Jahr ihren 20. Jahrestag feiert.
Durch verschiedene Räume kann sich das Publikum einen individuellen Parcours zusammenstellen, der es in eine Atmosphäre aus Repression einerseits und der aufleuchtenden Utopie eines selbstbestimmten Neuanfangs andererseits eintauchen lässt. Die Dokumentarfilmerin Pamela Meyer-Arndt und der Kameramann Andreas Höfer haben bisher unveröffentlichtes Bildmaterial aus den letzten Jahren der DDR zusammengetragen, Interviews mit Komponisten aus Ost und West aufgezeichnet, die sich künstlerisch mit dem Thema dieser beiden deutschen Epochen auseinandergesetzt haben. Die Akademie für Alte Musik spielt an anderem Ort Symphonien, die in diesem Geiste entstanden sind, von Franz Ignaz Beck, von Carl Philipp Emanuel Bach und von Joseph Haydn. Das Kammerensemble Neue Musik präsentiert Kompositionen von Helmut Lachenmann, Helmut Oehring und Georg Katzer. Die Musik des 18. Jh. verschränkt sich dabei mit dem Bildmaterial der ausgehenden und aufbegehrenden DDR und den Reden, die insbesondere aktive Künstler auf der größten Demonstration am 4. November 1989 in Berlin hielten; die Zeitgenössische Musik, die auf 1989 direkt Bezug nimmt, findet ihr historisches Pendant in Texten aus den revolutionären Zeitschriften, Reiseaufzeichnungen der Komponisten und Journalisten Johann Friedrich Reichardt und Christian Daniel Schubart, die für ihre freimütigen Veröffentlichungen und ihre Nähe zur französischen Revolution teils jahrelang im Gefängnis saßen.

Zwischen diesen beiden Haupträumen sucht sich der Besucher seinen eigenen Weg, hier und dort geleitet vom Sprecher Udo Samel, der Ausschnitte aus den besagten Reden oder Publikationen von Reichardt und Schubart liest. Ein Foyer bietet die Möglichkeit Pause zu machen, sich einen Moment hinzusetzen, einen Programmpunkt auszulassen und über das Gehörte und Gesehen zu reden. Oder der Besucher folgt der Einladung zu dem Film MATERIAL von Thomas Heise, welcher tatsächlich Bildmaterial aus eben den 80er Jahren der DDR in großer Fülle zusammenträgt und scheinbar unkommentiert aneinanderreiht. Oder er begibt sich in die Bildwelt des Fotografen Klaus Elle, der 1989 vor der Wende noch unter den üblichen Restriktionen aus der DDR ausreiste und seine Erfahrungen in sehr privaten Tagebüchern und berührenden Fotografien dokumentiert hat. Eigens für diese Produktion aufgezeichnete Filminterviews lassen darüber hinaus Instrumentalisten und Komponisten aus der DDR über ihre Arbeitsbedingungen als Künstler erzählen.

Das Abend beginnt auf zwei Programmspuren mit einer Komposition von Helmut Oehring, die einen Teil des Publikums zum Kammerensemble Neue Musik Berlin lenkt, der andere Teil begibt sich zur Akademie für Alte Musik Berlin, um dort mit der Symphonie von Franz Ignaz Beck zu starten. In max. halbstündigen Blöcken kann man zwischen den Räumen wechseln. Die meisten Stücke werden innerhalb des etwa dreistündigen Abends zweimal erklingen, so dass für alle die Möglichkeit besteht, alle Livedarbietungen zu hören und zu sehen. Ein Programmzettel mit zeitlichem Ablauf der einzelnen Live-Blöcke erleichtert die Planung des eigenen Parcours.

Eine Produktion des RADIALSYSTEMs V in Zusammenarbeit mit dem Schleswig-Holstein Musikfestival und Uhde & Harckensee MusikManagement

Regie Ilka Seifert, Folkert Uhde, Tilman Harckensee
Produktionsleitung und dramaturgische Mitarbeit Ilka Seifert
Musikalische Konzeption Bettina Sluzalek, Folkert Uhde, Tilman Harckensee, Thomas Bruns
Konzertmeister Akademie für Alte Musik Berlin Georg Kallweit

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Kirsten Junglas
+49 (0)30 6956607-13
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