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Wendezeiten 1789/1989 / Biographien

Udo Samel Geboren 1953 in Eitelsbach bei Trier, erhielt Udo Samel als Sängerknabe der „Laubacher Kantorei“ eine umfangreiche musikalische Ausbildung, studierte einige Semester Slawistik und Philosophie in Frankfurt am Main und wechselte dann an die dortige Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Sein Debüt war die männliche Hauptrolle in Marieluise Fleißers Fegefeuer in Ingolstadt (Regie: Michael Gruner, Staatstheater Darmstadt, 1976). Es folgte ein zweijähriges Engagement am Düsseldorfer Schauspielhaus. Von 1978 bis 1992 gehörte Samel zum Ensemble der Berliner Schaubühne. Er spielte in Inszenierungen von Peter Stein, Klaus-Michael Grüber, Luc Bondy, Andrzej Wajda , Robert Wilson, Andrea Breth und in über 300 ausverkauften Vorstellungen von Jasmina Rezas Kunst (Inszenierung: Felix Prader). Als Gast war er am Burgtheater Wien, am Residenztheater München und am Schauspiel Frankfurt engagiert. Udo Samel gehört jetzt dem Ensemble des Burgtheaters an. Dort spielte er u.a. in Andrea Breths Inszenierungen von Tschechows Kirschgarten, von Lessings Minna von Barnhelm und von Stephens Motortown. 2009 feiert er in der Inszenierung von Peter Konwitschny großen Erfolg als König Lear in Shakespeares gleichnamigen Stück.

1996 debütierte Udo Samel als Opernregisseur am Nationaltheater Weimar mit Alban Bergs Wozzeck. 1997 folgte die Inszenierung von Donizettis Don Pasquale am Bremer Theater am Goetheplatz. 1997 führte er Regie bei der Uraufführung Zuckersüß und Leichenbitter von Albert Ostermaier am Bayerischen Staatsschauspiel (Marstall) in München. Es folgten 1998 an der Dresdner Semperoper Verdis Aida und Puccinis Il Trittico. An der Oper Frankfurt inszenierte er 2003 eine szenische Version von Schuberts Die schöne Müllerin, im Februar 2004 die Winterreise und im November 2004 Schwanengesang. Im April 2007 führte er in Frankfurt Regie bei Alexander Zemlinskys Opern Eine florentinische Tragödie und Der Zwerg (nach Oscar Wilde). Beide Inszenierungen wurden im Jahr 2008 ebenfalls unter Udo Samels Regie an die Oper in Sevilla übernommen.

Seit seinem ersten Spielfilm Messer im Kopf (Regie: Reinhard Hauff, 1978) wirkte er in vielen Fernseh- und Kinofilmen mit. So verkörperte er 1993 den jüdischen Textilkaufmann Max Salomon in dem TV-Mehrteiler Durchreise. Für die Darstellung des Franz Schubert in Notturno (Mit meinen heißen Tränen), 1986 inszeniert von Fritz Lehner, wurde er mehrfach ausgezeichnet. Sein Kinofilm Alles auf Anfang (Regie: Reinhard Münster) war Wettbewerbsbeitrag der Berlinale 1994. Im Kino war Udo Samel unter anderem in Alles auf Zucker (Regie Dani Levy), Silentium (Wolfgang Murnberger), Unkenrufe (Robert Glinski) und Palermo Shooting (Wim Wenders) zu sehen.

Zu seinen zahlreichen Preisen gehören der 23. Adolf-Grimme-Preis mit Gold 1987, der Deutsche Darstellerpreis (Chaplin-Schuh), der Europäische Filmpreis für den besten Hauptdarsteller (Barcelona 1988), der Kritikerpreis Berlin 1989, der Bayerische Fernsehpreis 1994 und der Ehrenpreis des Gläsernen Drachen 2004.

zurück zum SeitenanfangDie Akademie für Alte Musik Berlin, die 2007 ihr 25jähriges Jubiläum feierte, kann auf eine beispiellose Erfolgsgeschichte verweisen. Abseits des herrschenden Kulturbetriebs 1982 in Ost-Berlin gegründet, gehört die Akademie für Alte Musik Berlin inzwischen zur Weltspitze der Kammerorchester. Das Ensemble gastiert regelmäßig in den musikalischen Zentren Europas wie Wien, Paris, Amsterdam, Zürich, London und Brüssel. Tourneen führten bislang in fast alle europäischen Länder sowie Asien, Nord- und Südamerika. Bereits seit der Wiedereröffnung des Hauses 1984 gestaltet das Ensemble eine eigene Konzertreihe im Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Schon seit 1994 ist die Akademie für Alte Musik Berlin regelmäßiger Gast an der Berliner Staatsoper Unter den Linden sowie bei den Innsbrucker Festwochen.

Eine intensive künstlerische Zusammenarbeit verbindet das Ensemble vor allem mit den Dirigenten René Jacobs, Marcus Creed und Daniel Reuss, dem RIAS Kammerchor, dem Vocalconsort Berlin, dem Countertenor Andreas Scholl, der Sopranistin Cecilia Bartoli sowie der Choreografin Sasha Waltz.

Mit der Purcell-Oper Dido & Aeneas feierte die Akademie für Alte Musik Berlin einen weiteren internationalen Erfolg. Die Koproduktion mit dem Tanzensemble Sasha Waltz & Guests wurde inzwischen u.a. nach Amsterdam, London und Brüssel eingeladen und wird regelmäßig an der Berliner Staatsoper aufgeführt. Im September 2006 eröffnete furios das RADIALSYSTEM V, ein neues Haus für das Zusammenspiel aller Künste, in dem die Kooperation der beiden Ensembles ihre fruchtbare Fortsetzung findet. Davon zeugt auch die Produktion „Medea“, eine Choreografie von Sasha Waltz zur Oper „Medeamaterial“ von Pascal Dusapin, die 2007 ihre Premiere hatte und von Presse und Publikum gleichermaßen umjubelt wurde. Neue Wege beschreitet das Orchester auch mit dem choreografischen Konzert „4 Elemente – 4 Jahreszeiten“, mit dem die Akademie für Alte Musik Berlin auf internationalen Bühnen seinen Ruf als kreatives und innovatives Ensemble weiter festigt.
Weit über eine Million verkaufte Tonträger bürgen für den Weltruhm des Ausnahmeensembles. Die seit 1994 exklusiv für harmonia mundi france produzierten Aufnahmen wurden mit allen internationalen Schallplattenpreisen ausgezeichnet, u.a. dem Grammy, dem Diapason d’Or, dem Cannes Classical Award, dem Gramophone Award oder dem Edison-Award. Im März 2006 erhielt die Akademie den Telemann-Preis der Stadt Magdeburg.

zurück zum SeitenanfangKammerensemble Neue Musik Berlin Der Impuls des Anfangs ist bis heute erhalten geblieben. Er hat sich im Laufe der nunmehr siebzehnjährigen Arbeit des Ensembles modifiziert, transformiert, ist jedoch niemals verloren gegangen. Dieser Impuls ist Unangepasstheit.

Als sich zwischen 1987 und 1989 an der damals (Ost)Berliner Musikhochschule »Hanns Eisler« gleichgesinnte Studenten um Juliane Klein und Thomas Bruns zusammenfanden, um ein Ensemble für neue Musik zu gründen, wollten sie dem institutionellen Traditionsmief ihrer Ausbildungsstätte Eigenes entgegensetzen. Die Unangepasstheit, die keineswegs politisch sondern ästhetisch motiviert war, hatte für die Ensemblearbeit entscheidende Konsequenzen. Ausgehend von jenem Erlebnisaspekt, den die Musiker auf ihr Publikum übertrugen, verstanden sie das Konzert von Anfang an als Experiment. (Gisela Nauck)

So war es nur konsequent, das das KNM Berlin die »offenen« Musikkonzepte der 60er Jahre aufgriff, um diese bewusst in spannungsvolle Beziehungen zu aktuellen Tendenzen des Musikmachens zu setzen. Resultate dieser künstlerischen Auseinandersetzung waren in den 90ern etwa die Präsentation von Konzertinstallationen (u.a. mit Peter Ablinger, Nicolas Collins, Ana Maria Rodriguez) oder später dann u.a. die Zusammenarbeit mit den Regisseuren Jan Lauwers, Ingrid von Wantoch Rekowski und Xavier Le Roy. Die gemeinsamen Arbeiten wurden in den USA, Südamerika und ganz Europa u.a. zu den Donaueschinger Musiktagen, den Wiener Festwochen, Wien Modern, Festival d’Automne à Paris, der settembre musica Torino, ars musica Brüssel und musica Strasbourg erfolgreich gezeigt.

Wichtige Impulse kamen weiterhin sowohl aus der langjährigen Zusammenarbeit mit Komponisten z.B. wie Mark Andre, Richard Barrett, Pierluigi Billone, Beat Furrer, Georg Katzer, Helmut Lachenmann, Chris Newman, Helmut Oehring, Salvatore Sciarrino und Dieter Schnebel als auch durch die ständige Arbeit mit Dirigenten wie Beat Furrer, Peter Rundel und Roland Kluttig, der dem KNM von 1994-98 als Musikalischer Leiter künstlerisch verbunden war.

2002 beschlossen die 11 Mitglieder des KNM, auch in kleineren Kammermusikformationen zu arbeiten. So enstand aus der ungewöhnlichen Kombination von Bläsertrio und Tuba »KNM Ganesha« und schließlich 2004 das »KNM Quartett«.

Seit Jahren kann das KNM Berlin auf künstlerisch wertvolle Kooperationen mit Berliner Partnern wie der Akademie der Künste, den Berliner Festspielen, dem Konzerthaus Berlin und dem Ultraschall Festival verweisen. Zu Rundfunkproduktionen wurde das Ensemble vom DeutschlandRadio, Deutschlandfunk, ORF, Radio Bremen, SWR und WDR eingeladen. Das KNM gastiert in allen wichtigen internationalen Musikzentren, so in Belgrad, Brüssel, Buenos Aires, Frankfurt, Genf, Kopenhagen, Köln, London, Malmö, Marseille, Moskau, München, Nancy, New York, Paris, Petersburg, Rom, Strasbourg, Toulouse, Venedig und Wien. Im Herbst 2008 präsentierte das KNM die aktuelle Berliner Musikszene mit einem mehrstündigen Konzertmarathon in der Carnegie Hall, New York City.

Seit 2008 ist das KNM Berlin Partner im ohrenstrand.net, Berlins Netzwerk für neugieriges Hören, gefördert durch das Netzwerk Neue Musik, ein Förderprojekt der Kulturstiftung des Bundes, und die Kulturverwaltung des Landes Berlin.

Das KNM Berlin wird unterstützt durch die Kulturprojekte Berlin GmbH und den Regierenden Bürgermeister, Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten. Ausgewählte Projekte wurden nachhaltig durch den Hauptstadtkulturfonds und die Kulturstiftung des Bundes gefördert.

zurück zum SeitenanfangThomas Bruns
studierte von 1984-88 Konzertgitarre an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. In dieser Zeit begann er sich mit zeitgenössischer Musik zu beschäftigen – vermittelt durch seinen Professor Dieter Rumstig, der Musikdramaturg am Osterberliner „Theater im Palast“ war. Ende der 80er gründete Thomas Bruns gemeinsam mit Juliane Klein das Kammerensemble Neue Musik Berlin. 1996 beendete er seine Karriere als Konzertgitarrist und übernahm das Management des Ensembles. Thomas Bruns hat mit dem KNM Projekte, Konzertreihen und szenische Konzepte entworfen und europaweit produziert. International wurde die von ihm zu verantwortende Produktion Lohengrin von Salvatore Sciarrino gefeiert. Er war 2003/04 Kurator des durch die Kulturstiftung des Bundes geförderten Festivals „space+place“. Er erfand das Musikprojekt „HouseMusik“ und produzierte es im Berliner Stadtbezirk Prenzlauer Berg von 2006-2008. Von 2001-2005 war Thomas Bruns einer der künstlerischen Leiter des Musikfestes „winter music“, das jährlich im Herbst an der Akademie der Künste stattfand.

Seit 2008 ist er zudem Geschäftsführer von ohrenstrand.net, dem Berlin Netzwerk zur Vermittlung Neuer Musik und arbeitet im Beirat der Fachzeitschrift Positionen.

zurück zum SeitenanfangAndreas Höfer Geboren 1964 in Potsdam/Babelsberg, diplomierte an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Babelsberg, an der er heute zeitweise als Dozent für Fotografie tätig ist. Bekannt wurde er insbesondere für seine Bildgestaltung mit der Handkamera. Seit 1990 arbeitet er vorrangig mit dem Regisseur Andreas Dresen zusammen, mit dem er in Babelsberg gemeinsam studierte. 1999 erhielt er auf dem Camerimage-Festival den Spezialpreis des polnischen Filmverbandes und wurde für Nachtgestalten für den Goldenen Frosch nominiert. Für den Film Die Stille nach dem Schuß erhielt er 2000 die Goldene Kamera des Internationalen Filmkamera-Festivals Manaki Brothers in Mazedonien. Im Januar 2007 wurde er für seine Arbeit an Volker Schlöndorffs Film Strajk – die Heldin von Danzig mit dem Bayerischen Filmpreis 2006 ausgezeichnet. Höfer ist auch für seine in Ausstellungen und Publikationen veröffentlichten Fotoarbeiten bekannt.

zurück zum SeitenanfangPamela Meyer-Arndt wurde 1967 in Köln geboren. Sie studierte Film an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und an der Tisch School der New York University. 1994 arbeite sie für Amos Poe Productions und für The Shooting Gallery in New York. Sie führte Regie bei einigen Kurzfilmen: Die nach Hoffnung jagen (1988), Bottle (1990), Couple Trouble (1990), What's up Amos Poe (1991), Moor Affairs (1992), Hotel 17 (1993) und Sisters (1993).

Von 1997 bis 2006 führte sie Regie für einige Werbefilme. Sie schrieb, führte Regie und produzierte zwei Dokumentarfilme: Die Märchenhafte (2006), ein Portrait der Fotografin Sibylle Bergemann. Ostfotografinnen (2006), drei Fotografinnen der DDR berichten über das freie künstlerische Arbeiten unter den Augen der Stasi. 2009 begannen die Dreharbeiten für den Dokumentarfilm Dorfliebe, der vom Wandel der Zeit im thüringischen Dorf Berka erzählt.

zurück zum SeitenanfangIlka Seifert Nach Studium der Musikwissenschaft und Germanistik in Kiel, Straßburg und Berlin arbeitete sie für das Neue Musik-Festival Kreuzberger Klangwerkstatt und an der Musikschule Kreuzberg. Von 1993-1999 war Ilka Seifert Direktorin und Dramaturgin der Neuköllner Oper Berlin, von 1999-2006 Dramaturgin an der Staatsoper Unter den Linden Berlin. Seit Sommer 2006 ist sie als freiberufliche Dramaturgin u. a. für die Staatsoper Unter den Linden, das Gärtnerplatz-Theater in München, das Theater St. Gallen, das Radialsystem V Berlin, die Akademie für Alte Musik oder an der Opéra National de Paris tätig. Als Dramaturgin und Produktionsleiterin erarbeitete sie mit der Regisseurin Adriana Altaras vier Musiktheaterprojekte der HYP'OP-Reihe im Magazin der Berliner Staatsoper. Schwerpunktmäßig widmet sie sich zunehmend genreübergreifenden Projekten, wie z.B. dem choreographierten Konzert 4 Elemente – 4 Jahreszeiten, der szenischen Lesung mit Musik und Projektionen Mythos Europa oder der musik-theatralen Erzählung Venus & Adonis.

zurück zum SeitenanfangBettina Sluzalek wurde 1968 in Bielefeld geboren. Nach dem Politologiestudium und Promotion in Berlin und Santiago de Chile arbeitete sie von 1996 – 1999 im Deutschen Zentrum des Internationalen Theaterinstituts, im Anschluss an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin, von wo sie ins International Office des Globe Theaters in London wechselte. Seit dem Studium arbeitete sie auch immer wieder als Dramaturgin in freien Theaterprojekten in Deutschland und Chile. Von 2002 – 2007 war sie als Künstlerische Geschäftsführerin im Theaterhaus Stuttgart tätig und seit 2007 ist sie Künstlerische Betriebsdirektorin im Radialsystem V.

zurück zum SeitenanfangFolkert Uhde wurde 1965 in Wilhelmshaven geboren. Nach
einer Ausbildung zum Radio- und Fernsehtechniker studierte er Kommunikations- und Musikwissenschaft an der TU Berlin. Parallel studierte er Barockvioline an der Akademie für Alte Musik Bremen. Bis 1995 war er freiberuflich als Musiker tätig. 1995 gründete er die Agentur Folkert Uhde Konzert- & ProjektManagement, seit 1997 ist er Mitinhaber von Uhde & Harckensee MusikManagement. Folkert Uhde war von 1997 bis 2008 Manager und Dramaturg der Akademie für Alte Musik Berlin. Er initiierte und programmierte mehrere Festivals, u.a. seit 2002 das Festival zeitfenster-Biennale Alter Musik in Zusammenarbeit mit dem Konzerthaus Berlin. Gemeinsam mit Jochen Sandig gründete er 2005 die RADIALSYSTEM V GmbH, seit 2006 ist er geschäftsführender Gesellschafter und Künstlerischer Leiter des RADIALSYSTEM V. Neben der Entwicklung neuer Konzert- und Musiktheaterformate für das RADIALSYSTEM V liegt sein Arbeitschwerpunkt auf Fernseh- und Filmproduktionen, die bislang für den ZDF Theaterkanal, 3sat, ARTE und harmonia mundi entstanden sind.